Chaosradio Express

Im Podcast Chaosradio Express (CRE) plaudert Tim Pritlove mit ausgewählten Gesprächspartnern über interessante und bzw. oder auch hochaktuelle Themen aus den Bereichen Technologie, Gesellschaft und Kultur.

Seit einigen Monaten ist CRE für mich der meistgehörte und auch interessanteste Podcast. Dies liegt einerseits sicherlich an der Themenauswahl, die im Fall der technologischen Themen häufig zu meiner Arbeit oder zu meinen Hobbies passt. Die gesellschaftlichen Themen überzeugen schon durch ihre Aktualität, gerade und insb. auch im Bereich der computer- und netzbezogenen Themen.

Was mir aber besonders an Chaosradio Express gefällt, ist der Stil. Es handelt sich um einen Interview-Podcast. Eingeleitet wird die Sendung durch ein Audio-Zitat (wo gräbt Tim die nur immer aus?), anschließend folgt ein CRE-Jingle. Danach gibt es nur noch den oder die Gesprächspartner und Tim als Moderator. In einem ungezwungenen und vor allem freien Gespräch wird über das Thema gesprochen. Dazu gehört sowohl die Einordnung des Themas als auch ein ggf. historischer Rückblick. Zwischendurch fasst Tim das Gespräch immer mal wieder zusammen, so dass ich bisher nie den Anschluss verloren habe (wobei das Thema Python und PyPy schon recht abstrakt war *g*). Irgendwann ist das Gespräch dann durch – das kann schon nach einer Stunde oder auch erst nach 2,5 Stunden der Fall sein – und der Podcast ist zu Ende. Alle weitere Infos und Links zur Sendung kann ich dann bei Bedarf auf der CRE-Webseite sowie im CRE-Wiki (oder in der Sendungsbeschreibung in meinem iPod) nachlesen. Feedback und Kommentare sind im CRE-Blog gerne gesehen.

Dieser Stil nutzt aus, dass ich als Hörer in einem Podcast jederzeit pausieren kann. Nur so sind so lange und ausführliche Gespräche möglich. Vergleichbare Formate sind im Regelfall wohl in keinem anderen Medium realisierbar. Im Radio wird mindestens für die Nachrichten unterbrochen oder eben für Musik, Werbung und andere Dinge. Im TV habe ich noch nie eine Sendung gesehen, in der mit nur einer Person ein 2,5-stündiges Gespräch geführt wurde – es gab oder gibt zwar Formate, die in diese Richtung gehen, aber nicht so weit und in der Regelmäßigkeit wie CRE es tut. Auch wenn manchen Hörern die Podcasts zu lang werden, ich finde gerade das gut. Podcasts bieten genau diese Möglichkeit und Freiheit, warum sollte dies nicht genutzt werden?

Andere Podcasts gehen da anders vor. Häufig erinnern mich diese an Radio- oder gar Nachrichten-Sendungen. Es gibt Jingles, es wird ein Themen-Überblick vorgelesen, es folgen die einzelnen Themen von Jingles getrennt, zwischendurch werden vielleicht noch Kurznachrichten verlesen (ein Beispiel dafür ist – zumindest in den Sendungen, in die ich mal reingehört habe – der Podcast Bel étage des Handelsblatts). Diesen Stil mag ich persönlich nicht. Ich benötige keine vorgelesenen Kurz-Nachrichten o.ä., sowas ist in einem (ggf. zum Podcast zugehörigen) Blog in entsprechenden Kurz-Artikeln besser aufgehoben.

Ein Podcast bietet also – im Gegensatz zu allen anderen Medien – die Möglichkeit auch lange Gespräche über ein einzelnes Thema oder ein Themengebiet zu präsentieren. Dank „Pause“-Funktion komme ich als Hörer damit gut zurecht. Daher: weiter so :-)!

Dieser Artikel ist übrigens als Reaktion auf Tims Aufruf zum CRE-Kettenblogging entstanden. Wenn Du der Kette gefolgt bist, müsstest Du von Chaosradio Express – Nachfragen erlaubt kommen und könntest in Werbung für Chaosradio Express (CRE) weiterlesen.

Ein Gedanke zu „Chaosradio Express

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